Die PCM 10 X , ein Handsender von JR PROPO
(NEW: Umbau des Senders auf LiPo - Zellen )
Was soll ich sagen? Gehabt hab ich sie fast alle schon, die Sender aus dem Hause Graupner/JR. Ob nun damals die erste mc-16, danach eine mc-18, ich meine die, mit dem kleinen hervorstehendem Display, danach die neuere mc-18 mit dem flachen großen Display, danach die mc-20, ja sogar die mc-24 und die mc-22 habe ich schon besessen.
Senderausfälle, wie sie so oft in den ganzen Internet Foren beschrieben werden, hatte ich mit keinem dieser Sender. Ich war also absolut zufrieden mit diesen Anlagen.
Was also kann jemanden dazu bewegen, nach 16 Jahren Pultsenderfliegens, auf einmal in das Lager der Handsenderpiloten zu wechseln?
Genau das möchte ich Euch hier erklären.
Nun, das Beste erst mal vorweg. Wer diesen Handsender der Spitzenklasse einmal in seinen Händen gehalten hat, der versteht was ich meine. Man möchte ihn nicht mehr loslassen!
Eins noch. Dieses soll keine hochwissenschaftliche Abhandlung werden, sondern einzig und alleine meine wirklich positiven Erfahrungen mit diesem Sender wiederspiegeln. Wer weiss, vielleicht fällt dem einen oder anderen durch diesen Bericht die Kaufentscheidung leichter, oder er wird dadurch erst auf diesen Sender aufmerksam?
Doch jetzt zum eigentlichen Thema. Der Wechsel von Pult auf Handsender:
Bei den Pultsendern störte mich meistens das klobige Design. Auch musste man immer die Steuerknüppel loslassen, um an die Schalter zwischen den Knüppeln zu gelangen. Außerdem sind sie meistens viel schwerer als diese kleinen, absolut genial designten Handsender. So wurde also im Sommer, mitten in der Saison, die vorhandene mc-22 Verkauft und die PCM 10 X hielt Einzug in meinen Keller.
Jetzt kann man sich fragen, ist es klug, mitten in der Flugsaison den Sender zu wechseln? Und dann auch noch von Pult auf Handsender?
Ich kann nur sagen, ja! Gut, die ersten fünf Flüge mit dem neuen Sender waren schon ganz schön wackelig, aber danach wurde es langsam wieder besser. Nach einem Wochenende mit der neuen Anlage, konnte ich wieder genauso gut oder schlecht fliegen, wie zuvor mit der mc-22.
Jetzt mag sich der eine oder andere vielleicht fragen, wieso gerade die PCM 10 X und nicht die Futaba 9Z WC II? Nun, diese Fragen ist auch sehr einfach zu beantworten. Weil mir das Design der Futaba nicht so zusagt, weil sie nicht so genial in der Hand liegt wie die JR und vor allem, weil sie keinen Touchscreen besitzt! Touchscreen, so etwas gibt es auch bei Fernsteuerungssendern? Ja, so etwas gibt es, aber eben nur bei JR PROPO . Ich meine, die Technik ist heutzutage schon so weit, das ich nicht verstehen kann, wieso andere Hersteller immer noch auf diese veraltete Knöpfchenprogrammierung zurück greifen!? Aber gut, jeder nach seinem Gusto.
Aber nun genug der Lobeshymnen, kommen wir zu den Fakten.
Die PCM 10 X ist zur Zeit der absolute Spitzensender von JR PROPO und wurde bis vor kurzem über die Firma Graupner in Deutschland vertrieben. Jetzt kann man sich diesen Sender nur noch als Import aus den Nachbarländern besorgen, da Graupner diesen Sender aus preispolitischen Gründen nicht mehr im Vertrieb hat.
Der Sender ist ein voll ausgebauter Handsender, mit allen Features die man sich wünschen kann. Er wird in einem sehr schönen Aluminiumkoffer, mit Akku, amerikanischer Original und deutsch übersetzter Bedienungsanleitung, jedoch ohne HF-Modul geliefert. Bei der Bestellung muss man jedoch berücksichtigen, das es ihn nur als Flächen- oder Hubschraubersender gibt. Die Software ist so komplex ausgelegt, dass es für beide Typen einen eigenen Sender gibt. Also aufgepasst, wer Fläche und Hubi fliegen möchte, der muss sich entweder zwei dieser Anlagen kaufen, oder auf die neue MX-22 aus dem Hause Graupner zurück greifen! Des weiteren ist bei der Bestellung der sogenannte "Stickmode" mit anzugeben. Soll heißen, fliege ich nun Drossel und Querruder Rechts oder Links?!
Das Gehäuse der PCM 10 X besteht aus einer Magnesium Legierung, die dem Sender einen besonderen "Touch" gibt.
Die Steueraggregate sind kugelgelagert und absolut präzise zu bedienen. Alle Schalter sind ohne Loslassen der Steuerknüppel gut zu erreichen. Besonders aufgefallen ist mir der "Snaproll" Taster, der sehr gut zu bedienen ist. Auf der Rückseite der Anlage, befinden sich zwei kleine Microschalter, mit der die "Snaproll" Drehrichtung während des Fluges von Snap Links, Positiv oder Negativ auf Snap Rechts, Positiv oder Negativ umgeschaltet werden kann. Im dazugehörigen "Snaproll-Menue" kann man die ganzen benötigten Parameter für diese Funktion einstellen, oder diese Funktion deaktivieren. Ist diese Funktion deaktiviert, kann man den Schalter für irgend eine andere Funktion programmieren.
Alle Schalter der Anlage sind frei vom Benutzer aus zu belegen. Sie haben zwar im Grundmenue eine voreingestellte Funktion, die aber sehr leicht für andere Aufgaben umprogrammiert werden kann.
Das Englischsprachige Original JR Menue ist sehr leicht zu verstehen und zu bedienen. Sollten doch mal Fragen aufkommen, hilft die sehr gute deutsch übersetzte Bedienungsanleitung schnell weiter. Jedoch wer sich mal einen Abend intensiv mit dieser Anlage beschäftigt hat, der wird schnell merken das man eigentlich keine Anleitung braucht um diesen Sender zu programmieren.
Ein weiteres Highlight dieser Anlage ist meines Erachtens die "all Servo´s hold" Funktion bei der Einstellung der Gaskurve. Diese erlaubt dem Benutzer, bei laufendem Motor, seine Gaskurve so zu verändern, wie er sie braucht. Ohne jedes mal den Motor aus und wieder an zu machen. Man bestätigt einfach mit "Yes" und kann dann bedenkenlos an der Gaskurve programmieren, ohne Gefahr zu laufen das der Motor plötzlich hoch läuft. Was noch hervor zu heben ist, ist das auf allen Funktionen auf die digitale Trimmtechnik gesetzt wird, außer bei der Drossel. Diese hat die normal analoge Ratschentrimmung. Und das ist meines Erachtens auch gut so. Mit der digitalen Motortrimmung meiner mc-22 bin ich nie so richtig glücklich geworden.
Zum Laden des Akkus ist an der Rückseite des Gehäuses ein kleiner Gummipfropfen, durch den das Ladekabel in die Akkubox gesteckt werden kann. In der Akkubox selber ist eine kleine elektronische Schaltung integriert, die es verhindert den Akku mit einem Schnellladegerät zu laden. Um das zu umgehen, habe ich mir selber einen kleinen Stecker direkt an den Akku gelötet. So kann ich jetzt den Akku entweder durch die serienmäßige Buchse laden, oder mit einem Schnelllader direkt an den Akku gehen. Wie ich das mit dem separaten Stecker zu machen habe, zeigte mir Sebastiano Silvestri auf einem Flugtag. Er fliegt auch die PCM 10 X . Und auf den Wettbewerben wo er fliegt, muss man schon mal den Akku schnell wieder voll bekommen können.
Es wäre jetzt müßig jede einzelne Funktion dieses Senders weiter hervorzuheben. Es gibt einfach nichts in der Flächenfliegerei, und nur über diese Version wird hier berichtet, was dieser Sender nicht kann.
Mein Fazit:
Mit der PCM 10 X ist der japanischen Firma JR ein wahrhafter Glückswurf gelungen. Schon alleine das Design und das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung sind ein wahrer Hingucker. Wer dann noch den Touchscreen sieht, der muss eigentlich sofort infiziert sein von dieser Anlage. Einzig und alleine die Tatsache, dass das HF-Modul nicht zum Lieferumfang gehört, trübt ein wenig den ansonst sehr guten Eindruck dieses "First Class Radio`s" ein wenig. Schade nur, dass Graupner diese Anlage aus dem Programm genommen hat. Naja, durch die EU ist es ja ein Leichtes sich diese Anlage aus einem der Nachbarländer schicken zu lassen.
Ich kann jedenfalls nur sagen, jederzeit wieder!
Technische Daten:
Übertragungssystem: SPCM (FM/FMsss), PCM, PPM umschaltbar
HF-Modul: Wechselmodul für 10-kHz-Kanalraster 35 und 40 MHz
Steuerfunktionen: 10
Auflösung: SPCM 10 Bit = 1024 Step
PCM 9 Bit = 512 Step
Modellspeicher: 10
Antenne: Teleskopantenne, 10 teilig abschraubbar ca. 1160mm lang
Betriebsspannung: 9,6....12 Volt
Stromaufnahme: 45mA (ohne HF-Modul)
Abmessungen: 190 X 190 X 75 mm
Gewicht: 1150 gr. incl. Akku
Download der Bedienungsanleitung der PCM 10 X
Download der Bedienungsanleitung der PCM 9 X (der kleine Bruder der 10X)
zum Vergrößern einfach das gwünschte Bild anklicken
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Sender mit Akku, Antenne und HF-Modul |
Nahaufnahme des einzelnen Senders |
Das Dualrate/Expo Menue |
Hier kann die Gaskurve eingestellt werden |
Das Snap-Roll Programm |
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| Der Servomonitor. Hier können die Servoausschläge geprüft werden |
Das Failsafe Menue |
Hier kann zwischen den einzelnen Modulationsarten gewählt werden |
Der im Text angesprochene Snap-Roll Knopf |
Dieser Schieberegler ist auch auf der rechten Seite des Senders zu finden |
Umbau des Senders auf LiPo - Zellen
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